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Krebs im 8. Monat

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Im Juni vergangenen Jahres fragte ich die Onkologin der Tierklinik, wie lange Athelas noch zu leben hätte, wenn wir keine Chemo machen und mit Kortison behandeln würden. Ihre Antwort lautete: „Vielleicht 6 Monate.“

Das Kortison holte ich am 13. Juni bei meiner Haustierärztin ab, ohne Athelas, den Transport wollte ich ihm zu gerne ersparen. Wir sprachen über die Erkrankung und auch darüber, welche Nebenwirkungen eintreten können und das die Belastbarkeit des Halters ziemlich beansprucht werden und man auch dort Grenzen erreichen kann.

Als ich die Tierarztpraxis verließ, liefen mir einfach nur die Tränen über das Gesicht. Mitten auf der Straße. Es war das letzte Medikament, die letzte Therapie für Athelas. Danach kam nichts mehr. Das zu akzeptieren fällt schwer und tut weh.

Wir begingen wie mit der TÄ besprochen mit der Kortison-Therapie. In den ersten beiden Tagen Höchstdosis, dann nach jeweils drei Tagen die Dosis halbieren, bis man eine Dosis von einer Vierteltablette alle zwei Tage erreicht hat. Das wäre der Optimalfall, sagte meine TÄ.

Die ersten Wochen waren die Schlimmsten, die Kortisontage haben Athelas doch sehr schläfrig gemacht. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis sich sein Körper daran gewöhnt hat. Aber dann…

Es ist unglaublich, was dieses Teufelszeuzg anstellen kann, ich bekam meinen alten Kater wieder, der frisst und trinkt und spielt und seinen Bruder durch die Bude jagt. Das Leberdiät-Trockenfutter habe ich nach zwei Monaten eingestellt. Er sollte fressen, was er mag und wenn sein Leben dadurch ein paar Tage kürzer wird, was soll’s, dann ist es eben so.

Heute haben wir bereits 8 Monate Therapie hinter uns, darin auch ein paar Tiefs enthalten, die wir aber alle nach ein paar Tagen überstanden haben. Athelas bekommt heute eine Vierteltablette Kortison täglich. Manchmal gibt es auch tablettenfreie Tage. Zusätzlich bekommt er 2 Hepato K pro Tag. Die hat er mal eine ganze Weile gerne und vor allem selbstständig gefressen, jetzt leider nicht mehr, ich muss sie in Wasser auflösen und per Spritze ins Maul geben.

Es kommt immer wieder vor, dass ihm etwas nicht mehr schmeckt, Wochen später dann aber doch wieder. Man probiert dem Tier zu Liebe sehr viele Futtersorten und -varianten aus 😉

Bis heute frisst und trinkt er, spielt gerne und jagt auch mal seinem Bruder hinterher oder verscheucht ihn von seinen Lieblingsplätzen, sitzt vor der Balkontür und beobachtet die Vögel am Futterhaus (oder jagt ihnen hinterher, wenn die Balkontür offen ist 😉 ). Es geht ihm gut, und solange dies so ist, soll er es genießen können.

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Kratzbaum Projekt: Das Finale

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Nach ein paar Tagen Abstand, sind wieder genug Kraft und Elan da, um das Werk zu vollenden.

Zum Einen muss der Catwalk noch installiert werden, zum Anderen sollen die Kanten der Außenaufgänge am Kratzschrank rund gesägt werden. Außerdem habe ich beschlossen die Deckenplatte des Kratzbaums gegen eine größere auszutauschen.

Zuerst widme ich mit der Deckenplatte. Die vorhandene wird also wieder abgeschraubt und der Bezug entfernt. Aus dem Keller hole ich alle Spanplattenreste, die ich finden kann. Nach einigem Hin- und Hermessen schaffe ich es mit allen Stücken eine Grundfläche von 70x75cm zu erhalten.

Die Sägearbeiten beginnen also. Die alte Deckenplatte wird weiterhin benutzt, nur dass sie nun doppelt verleimt und etwas vergrößert ist. Zum Schluss muss in die obere Schicht noch eine Aussparung gesägt werden, auf die der Catwalk aufliegen soll (10x30cm). Dann werden alle Teile miteinander und direkt mit dem Teppich, der sie umgeben soll, verleimt.

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Katzenstreu-Säcke entpuppen sich dabei als super Beschwerungsmöglichkeit 😉

 

 

 

 

 

 

Nachdem die einzelnen Platten festzusammenkleben und auch der Teppich um die gesamte Platte gewickelt ist, werden die Stämme neu ausgerichtet und die Platte montiert.

Im Anschluss wird der Catwalk am Schrank mit zwei Regalwinkeln befestigt und am Kratzbaum in die Aussparung gelegt und dort verleimt und mit Verbindungsblechen zusätzlich verschaubt. Mit zwei Schraubzwingen wird das Ganze erst einmal zusammengepresst und die nächste Trockenzeit beginnt.

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Während Catwalk und Kratzbaum miteinander eine enge Verbindung eingehen, zücke ich erneut die Stichsäge und säge derweil die Kanten der Außenaufgänge am Schrank rund. Zusätzlich säge ich noch zwei Eingänge etwas größer. Etwas schleifen und das Werk ist vollbracht.

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Hier noch ein paar Impressionen (Klick auf das Bild zum Vergrößern):

Spiel, Spaß und Versteckmöglichkeiten für die Katerlein und erfreulicherweise durfte Athelas es noch erleben. Für mich viel Arbeit, Spaß und Muskelkater 😉

Insgesamt ist dieses Monster knapp 4 Meter lang, zwei Meter hoch und 80cm tief.

Die Rechnung kommt zum Schluss: Die  Gesamtkosten betragen 372,86 Euro. Hurra 🙂

Kratzbaum Projekt: Die Umsetzung Tag 4

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Heute muss ich fertig werden, komme was wolle. Meine Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld und ich hätte gerne meinen Balkon wieder, meine kleine saubere grüne Oase. Davon mal abgesehen, dass mir alles wehtut und ich nur noch wie eine Mischung aus Pinguin und Ente laufen kann.

Der Tag beginnt, wie sooft, mit Sägearbeiten. Den letzten. Heute werden in die beiden Zwischenplattformen, die auf dem Kratzbaum montiert werden sollen, kreisrunde Schnitte gesägt, durch die dann die Palisadenstücke gesteckt werden.

Also den Akkubohrschrauber gezückt und erst einmal mit dem 8er Bohrer herzhaft ins Holz gebohrt. Natürlich nach vorherigem ausmessen und anzeichnen. Danach mit der Stichsäge den Kreis ausgesägt. Das Ganze insgesamt vier Mal.

Danach auch diese Plattformen wieder mit Teppich umwickeln, festleimen und -schrauben. Im Anschluss kann die erste Platte auf den bereits vorhandenen Unterbau gesetzt werden.

Es folgen Restarbeiten an einer letzten Säule und der Schlachtplan für die finalen Arbeiten. Und während des Aufstellens des Schlachtplans dann der Super-GAU: es fehlt exakt ein (EIN !!!!) verdammtes Stück Palisade, was fatal ist, weil ich die Palisade nur in dem Baumarkt bekomme, der natürlich am weitesten weg ist.

Glücklicherweise habe ich einen sehr belastbaren Nachbarn, der mit mir also zu besagtem Baumarkt fährt. Die Palisade beim Zuschnitt kurz zerstückeln lassen, noch ein paar Schraubzwingen eingepackt, am Imbiss eine schnelle Stärkung und dann ab nach Hause.

Das letzte Stück Palisade an der richtigen Stelle angeleimt und währenddessen die zweite Plattform in Teppich hüllen.

Nach etwas Wartezeit kann es weitergehen, Säulen drei, vier und fünf werden montiert, zweihändig. Nun kann die zweite Plattform installiert werden.

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Gambit möchte nicht länger warten und macht es sich auf dem halbfertigen Kratzbaum schon einmal gemütlich.

Als nächstes folgt die Königsdisziplin: Das Befestigen der zwei Meter Sisalsäule auf der Bodenplatte, und zwar ohne, dass sie beim Aufrichten wieder abbricht. Dies gelingt glücklicherweise. Der Kratzbaum wird immer und immer schwerer.

Die Deckenplatte des alten, konventionellen Kratzbaums wird wiederverwendet und findet ihren neuen Platz auf dem DIY-Kratzbaum. Gegen 20 Uhr kann ich diese endlich festschrauben, dabei immer schön mit der Wasserwaage gefühlte Stunden immer wieder die Säulen ausgerichtet, um ja gerade zu bleiben. Und dann versagt der Akkuschrauber.

Nach ein bisschen Endzeitstimmungsfassungslosigkeit, stelle ich fest, dass offensichtlich einer meiner Akkus fratze ist, es findet sich aber noch einer, der funktioniert. Puh…

Es geht also weiter und die restlichen Spax werden versenkt. Mittlerweile bin ich weit über die Grenze der totalen Erschöpfung gegangen, aber dieses Ding MUSS einfach fertig werden.

Und das wird es auch.

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Endlich!

Den Catwalk installiere ich nicht mehr. Der muss warten. Erst einmal wird klar Schiff gemacht, damit ich endlich meine Wohnung und meinen Balkon wieder haben kann.

Alles andere dann später.

Kratzbaum Projekt: Die Umsetzung Tag 3

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Tag 3 beginnt wieder mit nachbarkompatiblen Arbeiten an der letzten Sisalsäule. Ich habe 220m Sisalseit gekauft und damit drei Stämme mit einer Gesamtlänge von ca. 4,40m geschafft, für jeden weiteren Meter hätte ich neues Seil kaufen müssen.

Der letzte Stamm misst zum Glück nur 1.26m und ist damit etwas schneller zu wickeln.

Danach mache ich mich daran, die Bodenplatte für den Kratzbaum herzustellen. Dazu baue ich erst einmal den alten, konventionellen Kratzbaum ab und trenne dessen Bodenplatte vom Bezug. Eine furchtbare Arbeit, da ich gefühlte 300 Tackerklemmen aus dem Holz ziehen musste. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass die Bodenplatte aus zwei Schichten mit insgesamt drei Holzplatten aus Spanholz besteht.

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Diese drei säge ich so zurecht, dass ich sie mit der von mir gekauften 80×90 Platte verleimen kann, um eine dicke und schwere Bodenplatte zu erhalten. Ziel muss sein, so viel Gewicht des Kratzbaums, wie möglich unten zu haben, damit dieser nicht umkippen kann.

Nach der Trocknungszeit schneide ich einen Streifen Teppich zurecht, mit dem die Bodenplatte umwickelt werden soll. Hier wird großflächig geleimt aber auch geschraubt.

Zwei weitere Säulen werden mit Teppich umwickelt, hier ebenfalls mit Leim und Schrauben. Es bietet sich hierbei an, die Schrauben in einer vertikalen Reihe zu versenken, damit man diese später nach hinten (also meist in Richtung Wand) drehen kann, wo die Kratzleistung der Kamikazekater am geringsten oder sogar gar nicht vorhanden ist.

An Tag 3 habe ich durch die ganzen Leim-Zwangspause das Gefühl, ich komme nicht mehr vorwärts, dafür merke ich mittlerweile jeden Muskel im Rücken und in den Armen.

Und wie endet der Tag? Richtig! Mit einem Besuch im Baumarkt, da heute die 16er Schrauben aufgebraucht wurden, mit denen u.a. der Teppich festgeschraubt wird. Zudem habe ich mir längere Spax gekauft, um Bodenplatte, Deckenplatte und Säulen miteinander zu verschrauben (5×100).

Am Abend montiere ich noch die ersten zwei Säulen auf der Bodenplatte, was mit zwei Händen, die Schrauben, Akkuschrauber, Wasserwaage, Bodenplatte und Säule halten müssen, nicht unbedingt das einfachste Kunststück war.

Willst du eine Chemo machen?

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Alles begann mit einem TA-Besuch, weil Athelas (11) beim Fressen mäkelte. Plötzlich fraß er nicht mehr alles, was man ihm vorsetzte, zudem fraß er sehr sehr langsam. Eine Blutuntersuchung ergab, dass die Leberwerte um das siebenfache erhöht sind („Kann auch am Alter liegen“, meinte meine TÄ).

Es folgte eine Behandlung mit Lega Phyton und einem AB, weil meine TÄ auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse tippte. Eine Kontrolle der Werte sollte in einer Woche stattfinden.

Innerhalb der nächsten Tage verschlechterte sich sein Zustand, er war matt, hat wenig gefressen und es schien als hätte er Schmerzen. Nachdem er sich erbrach, lag er zitternd auf dem harten Boden. An diesem Tag machte ich die erste Begegnung mit einer Tierklinik.

Die Leberwerte waren weiter in die Höhe geschossen und er drohte in die Gelbsucht abzurutschen. Athelas wurde stationär aufgenommen und sofort per Dauerinfusion behandelt. Völlige Fassungslosigkeit vor der Tür der Tierklinik gefolgt von Tagen voller Bangen und Hoffen und Warten.

Am vierten Tag sagte man mir, er könne nach Hause. Meine Freudentränen konnte ich nicht zurückhalten, also schnell das letzte Meeting hinter mich bringen, nach Hause, den Kennel holen und ab zur Tierklinik.

Neue Medikamente, neues Futter (Leberdiät), ein paar Tage wohlige Ruhe und viele Streicheleinheiten, bevor sich sein Zustand wieder verschlechterte.

Sonntag, zweimal in die Klinik um Schmerzmittel zu bekommen.

Montag, hin und hergerissen zwischen Euthanasie und erneutem Klinikbesuch. Nach Rücksprache mit meiner TÄ fahre ich in eine andere Tierklinik, als Notfall. Nach langen Gesprächen und Untersuchungen wird Athelas auch hier stationär aufgenommen. Infusion, am nächsten Tag großes Blutbild, ggf. Leberbiopsie, sollten die Leberwerte weiter schlecht sein.

Natürlich waren sie schlecht. Ich willige in die Biopsie ein und kann ihn am nächsten Tag abholen.

Seit dem 28.05. ist er wieder zu Hause. Athelas geht es den Umständen entsprechend gut, er frisst ohne Probleme, er putzt sich und spielt auch schon mal. Auch seinen Bruder Gambit jagt er manchmal durch die Wohnung.

Seit heute weiß ich, dass er ein Lymphom hat.

Die Klinik empfiehlt mir ein Gespräch mit der Onkologin um über die Möglichkeiten einer Chemotherapie zu sprechen, diese springt bei kleinzelligen Lymphomen, wie bei Athelas, wohl gut an und könnte es sogar heilen.

Ich liege vor Athelas, Nase an Nase. Ich frage ihn „Willst du eine Chemo machen?“ er zieht den Kopf zurück, ich frage ihn „sollen wir lieber Cortison nehmen und keine Chemo?“ er schleckt mir über die Nase und schnurrt.

Ich werde morgen mit der Onkologin sprechen. Ohne Athelas. Nur um die letzten Fragen zu klären.

Athelas