Kratzbaum Projekt: Die Umsetzung Tag 3

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Tag 3 beginnt wieder mit nachbarkompatiblen Arbeiten an der letzten Sisalsäule. Ich habe 220m Sisalseit gekauft und damit drei Stämme mit einer Gesamtlänge von ca. 4,40m geschafft, für jeden weiteren Meter hätte ich neues Seil kaufen müssen.

Der letzte Stamm misst zum Glück nur 1.26m und ist damit etwas schneller zu wickeln.

Danach mache ich mich daran, die Bodenplatte für den Kratzbaum herzustellen. Dazu baue ich erst einmal den alten, konventionellen Kratzbaum ab und trenne dessen Bodenplatte vom Bezug. Eine furchtbare Arbeit, da ich gefühlte 300 Tackerklemmen aus dem Holz ziehen musste. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass die Bodenplatte aus zwei Schichten mit insgesamt drei Holzplatten aus Spanholz besteht.

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Diese drei säge ich so zurecht, dass ich sie mit der von mir gekauften 80×90 Platte verleimen kann, um eine dicke und schwere Bodenplatte zu erhalten. Ziel muss sein, so viel Gewicht des Kratzbaums, wie möglich unten zu haben, damit dieser nicht umkippen kann.

Nach der Trocknungszeit schneide ich einen Streifen Teppich zurecht, mit dem die Bodenplatte umwickelt werden soll. Hier wird großflächig geleimt aber auch geschraubt.

Zwei weitere Säulen werden mit Teppich umwickelt, hier ebenfalls mit Leim und Schrauben. Es bietet sich hierbei an, die Schrauben in einer vertikalen Reihe zu versenken, damit man diese später nach hinten (also meist in Richtung Wand) drehen kann, wo die Kratzleistung der Kamikazekater am geringsten oder sogar gar nicht vorhanden ist.

An Tag 3 habe ich durch die ganzen Leim-Zwangspause das Gefühl, ich komme nicht mehr vorwärts, dafür merke ich mittlerweile jeden Muskel im Rücken und in den Armen.

Und wie endet der Tag? Richtig! Mit einem Besuch im Baumarkt, da heute die 16er Schrauben aufgebraucht wurden, mit denen u.a. der Teppich festgeschraubt wird. Zudem habe ich mir längere Spax gekauft, um Bodenplatte, Deckenplatte und Säulen miteinander zu verschrauben (5×100).

Am Abend montiere ich noch die ersten zwei Säulen auf der Bodenplatte, was mit zwei Händen, die Schrauben, Akkuschrauber, Wasserwaage, Bodenplatte und Säule halten müssen, nicht unbedingt das einfachste Kunststück war.

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Kratzbaum Projekt: Die Umsetzung Tag 2

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Der Morgen von Tag 2 begann erst einmal mit dem Muskelkater von Tag 1. Aber Bewegung schafft bekanntlich Abhilfe, also wurde in der Früh überlegt, was ich tun könnte, ohne meine Nachbarn aus dem Bett zu jagen.

Die Antwort war schnell gefunden: die nächsten Sägearbeiten vorbereiten, also abmessen und anzeichnen. Da die Teppichrollen ebenfalls gekürzt und zersägt werden mussten, habe ich mir hier eine Schablone aus Karton gebastelt, die mir beim Anzeichnen helfen sollte. Das ging sehr gut.

Zu etwas christlicheren dann die Stichsäge wieder angeschmissen und siehe da: Pappkerne lassen sich damit prima zersägen, sobald das Sägeblatt einmal in den Pappkern hineingegleitet ist.

Selbstverständlich hat sich der ursprüngliche Plan für den reinen Kratzbaumteil (also links) ebenfalls geändert, was an Tag 4 fatale Folgen haben sollte.

Nachdem alle Papprohre zugeschnitten waren, wurden 20cm Stücke einer Palisade mit 10cm Durchmesser in die unteren und oberen Enden der Papprollen gesetzt und dort verleimt. Diese dienen einmal der Stabilität und der Fixierung der Säulen, aber auch als Angriffspunkt für das spätere Verschrauben aller Teile zu einem Ganzen.

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Leimen schreit immer nach einer Zwangspause (Trocken- und Presszeiten), also Zeit für einen Kakao und eine Zigarette auf dem Balkon.

Während die Palisadenstücke weiter mit den Pappkernen verschmelzen, fange ich an die Bretter für den Außenauf- und abstieg, der nun doch am Schrank befestigt werden soll, zurechtzusägen. Im Anschluss etwas Schleifarbeit. Die Bretter werden zu ingesamt drei Treppenstufen, die jeweils in L-Form miteinerander verschraubt und verleimt werden. Die L-förmigen Stufen werden dann an außen an den Schrankecken mit Regalwinkeln befestigt. Anschließend wird ein andersfarbiger Teppich zurechtgeschnitten und auf die Stufen geleimt.

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Der Schrank ist nun also komplett einsatzfähig 🙂

Während dieser Arbeiten sind auch die präperierten Pappkerne wieder bereit für die weitere Bearbeitung.

Es folgt die Entstehung der zwei Meter Sisalsäule, also den Pott Leim herausgeholt (Danke Ponal, dass ihr Leim auch in Töpfen vertreibt!), ein Pinsel, das Sisalseil und ein Hammer. Es folgen knapp zwei Stunden Monotonie:

30cm Leimen, Sisal viermal um den Stamm wickeln danach mit dem Hammer rundherum festklopfen, weiterwickeln usw. Naiv, wie ich bin, dachte ich am Vortag noch, dass sich diese Arbeit sicherlich auch gemütlich vor dem Fernseher erledigen lässt. Denkste! Aber das Ergebnis lässt sich sehen.

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Auch dieser Tag endet mit einem Baumarktbesuch, wie sollte es auch anders sein. Durch die Änderungen des Ursprungsplans, kann ich die an Tag 1 zurechtgeschnittenen Holzplatten nicht mehr gebrauchen, es muss etwas größeres her. Also mit neuen Maßen in den Baumarkt und mit drei neuen Platten zurück nach Hause. Das Ganze zu Fuß resp. mit Bus und Bahn, was im Übrigen nicht die beste Idee war, da ich knapp zwei Quadratmeter Spanholzplatte mit 16mm Dicke schleppen musste. Nach den Anstrengungen der letzten 48 Stunden, habe ich mich hier doch etwas überschätzt. Nichtsdestotrotz habe ich die Platten etappenweise doch noch nach Hause gebracht 😉

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(„Nun mach schon weiter!“)

Kratzbaum Projekt: Die Umsetzung Tag 1

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Nachdem wir am Abend zum Baumarkt gefahren sind, um dort meine Einkaufsliste bis zur letzten Minute der Öffnungszeiten abzuarbeiten, ging es in die Nachbarstadt, um dort den IKEA Schrank abzuholen.

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Im vollgepackten Auto ging es dann zurück und daran, die Wohnung mit irre vielen Dingen vollzustellen 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag machte ich mich an die Arbeit, erst einmal wurde der Schrank gründlich gereinigt und danach mit Bleistift, Schreinerwinkel und Zollstock bemalt. Vom Ursprungsplan wurde schnell abgewichen und neue Ideen flossen in den Umsetzungsprozess ein. Danach starteten die Sägearbeiten auf dem heimischen Balkon.

Sägearbeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend wurde der Korpus des Schranks wieder zusammengesetzt und erneut vom Sägestaub befreit.

Dann Teile der ehemaligen Tür mit Winkeln am Korpus befestigt und im nächsten Schritt der Innenausbau begonnen. Im Erdgeschoss gibt es eine Höhle, die erste Etage kann ebenfalls als Höhle benutzt werden, allerdings mit dem Vorteil, dass Katerlein ab hier den Schrank über alle anderen Etagen hinaufklettern kann. Hierfür wurden in den folgenden Etagen Stege eingbaut, über die der Aufstieg bis zum Dach sowie ein möglichst einfacher Abstieg ermöglicht werden.

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Nachdem grobe Innenausbau erledigt war, wurden die einzelnen Etagen mit Teppich ausgelegt, dieser wurde nur verleimt und das hält wirklich Bombe, selbst bei starken Kratzbürsten.

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Am Ende des Tages musste ich erneut in den Baumarkt fahren, weil mir die Winkel ausgingen…

Kratzbaum Projekt: Die Idee

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Mein Kopf, meine beiden Hände und ich werden einen Kratzbaum bauen.

Als Inspiration dienten diverse Foren und Bilder im Netz, was mich aber wirklich zu meiner Idee brachte, war diese Konstruktion. Ich war hin und weg.

Schließlich spuckte mein Kopf eine um die andere modifizierte Version dieser Idee aus und nach ca. 257163 Änderungen, um das Ganze platzsparend in den vorhandenen Raum zu bekommen, wurde diese Skizze zum Projekt erklärt.

Kratzbaumskizze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zugegebenermaßen kann der Leser hier kaum etwas erkennen und ich hätte das Ganze auch mit Sketchup visualisieren können, aber ich bin ein Fan von Bleistift und Radiergummi zum Anfassen 😉

Dieser Kratzbaum wird über zwei Wände gehen und durch einen Catwalk werden beide Teile miteinander verbunden. Die rechte Seite besteht aus einem eintürigen Pax-Kleiderschrank (50x58x201cm). Anfangs sollten an den Seiten Bretter befestigt werden, um den Weg nach unten zu sichern. Aufgrund des dafür mehr benötigten Platzes, musste eine Variante her, die ohne Außenteile auskommt. Ergo: der Auf- und Abgang wird im Schrank über Schrägen ermöglicht. Den Schrank habe ich über eBay gebraucht ergattert (45€).

Die linke Seite wird ein „klassischer“ Kratzbaum, aber ohne große Schnörkel oder Hindernisse, sodass die Kater auch mal zwei Meter komplett an einer Sisal-Säule hinaufklettern können und nicht alle 30cm durch irgendein Brett oder eine Höhle gestört werden. Dabei habe ich nur darauf geachtet, dass meine Senioren auch wieder herunterkommen, ohne aus zwei Meter Höher herunterspringen zu müssen, es gibt also zwei Plattformen zwischen Boden- und Deckenplatte.

Die Säulen werden aus Teppichrollen gefertigt, ein Anruf im Baumarkt meines Vertrauens ergab, dass sie gerade 2x4m Rollen abzugeben haben, was perfekt passt, da ich insgesamt 7,1m Rollen benötige.

Hinzu kommt natürlich jede Menge Sisalseil und Teppichware. Nach Preisvergleich habe ich eine 220m Trosse Sisalseil bei http://shop.schoser.de/ bestellt.

Morgen geht es also in den Baumarkt um Bretter, Teppich, Nägel, Schrauben, Teppichrollen, Leim, Arbeitshandschuhe und Rundhölzer zu besorgen.

Die Rechnung kommt zum Schluss…

Willst du eine Chemo machen?

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Alles begann mit einem TA-Besuch, weil Athelas (11) beim Fressen mäkelte. Plötzlich fraß er nicht mehr alles, was man ihm vorsetzte, zudem fraß er sehr sehr langsam. Eine Blutuntersuchung ergab, dass die Leberwerte um das siebenfache erhöht sind („Kann auch am Alter liegen“, meinte meine TÄ).

Es folgte eine Behandlung mit Lega Phyton und einem AB, weil meine TÄ auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse tippte. Eine Kontrolle der Werte sollte in einer Woche stattfinden.

Innerhalb der nächsten Tage verschlechterte sich sein Zustand, er war matt, hat wenig gefressen und es schien als hätte er Schmerzen. Nachdem er sich erbrach, lag er zitternd auf dem harten Boden. An diesem Tag machte ich die erste Begegnung mit einer Tierklinik.

Die Leberwerte waren weiter in die Höhe geschossen und er drohte in die Gelbsucht abzurutschen. Athelas wurde stationär aufgenommen und sofort per Dauerinfusion behandelt. Völlige Fassungslosigkeit vor der Tür der Tierklinik gefolgt von Tagen voller Bangen und Hoffen und Warten.

Am vierten Tag sagte man mir, er könne nach Hause. Meine Freudentränen konnte ich nicht zurückhalten, also schnell das letzte Meeting hinter mich bringen, nach Hause, den Kennel holen und ab zur Tierklinik.

Neue Medikamente, neues Futter (Leberdiät), ein paar Tage wohlige Ruhe und viele Streicheleinheiten, bevor sich sein Zustand wieder verschlechterte.

Sonntag, zweimal in die Klinik um Schmerzmittel zu bekommen.

Montag, hin und hergerissen zwischen Euthanasie und erneutem Klinikbesuch. Nach Rücksprache mit meiner TÄ fahre ich in eine andere Tierklinik, als Notfall. Nach langen Gesprächen und Untersuchungen wird Athelas auch hier stationär aufgenommen. Infusion, am nächsten Tag großes Blutbild, ggf. Leberbiopsie, sollten die Leberwerte weiter schlecht sein.

Natürlich waren sie schlecht. Ich willige in die Biopsie ein und kann ihn am nächsten Tag abholen.

Seit dem 28.05. ist er wieder zu Hause. Athelas geht es den Umständen entsprechend gut, er frisst ohne Probleme, er putzt sich und spielt auch schon mal. Auch seinen Bruder Gambit jagt er manchmal durch die Wohnung.

Seit heute weiß ich, dass er ein Lymphom hat.

Die Klinik empfiehlt mir ein Gespräch mit der Onkologin um über die Möglichkeiten einer Chemotherapie zu sprechen, diese springt bei kleinzelligen Lymphomen, wie bei Athelas, wohl gut an und könnte es sogar heilen.

Ich liege vor Athelas, Nase an Nase. Ich frage ihn „Willst du eine Chemo machen?“ er zieht den Kopf zurück, ich frage ihn „sollen wir lieber Cortison nehmen und keine Chemo?“ er schleckt mir über die Nase und schnurrt.

Ich werde morgen mit der Onkologin sprechen. Ohne Athelas. Nur um die letzten Fragen zu klären.

Athelas

Sockenstatus

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Es wird, in letzter Zeit zwar eher langsam, aber es wird. Während Socke Nummer 1 noch keine weitere Masche gewachsen ist, habe ich an Socke Nummer 2 den Schaft fertiggestrickt und mit dem Fersensteg begonnen. Ich habe doch langsam leichte Zweifel, die Socken noch dieses Jahr fertig zu bekommen.

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Zurück an die Sockenfront

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Nachdem die Decke nun abgeschlossen ist (und ich mitteilen kann, dass sie mich sehr gut wärmt), habe ich nicht an der ersten Socke weitergearbeitet, sondern die zweite Socke meines ersten Paares begonnen. Das Bündchen ist nun fertig und die erste Reihe des Schaftes ist auch schon gestrickt, mal sehen, wie weit ich im Laufe der nächsten Woche so komme.