Willst du eine Chemo machen?

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Alles begann mit einem TA-Besuch, weil Athelas (11) beim Fressen mäkelte. Plötzlich fraß er nicht mehr alles, was man ihm vorsetzte, zudem fraß er sehr sehr langsam. Eine Blutuntersuchung ergab, dass die Leberwerte um das siebenfache erhöht sind („Kann auch am Alter liegen“, meinte meine TÄ).

Es folgte eine Behandlung mit Lega Phyton und einem AB, weil meine TÄ auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse tippte. Eine Kontrolle der Werte sollte in einer Woche stattfinden.

Innerhalb der nächsten Tage verschlechterte sich sein Zustand, er war matt, hat wenig gefressen und es schien als hätte er Schmerzen. Nachdem er sich erbrach, lag er zitternd auf dem harten Boden. An diesem Tag machte ich die erste Begegnung mit einer Tierklinik.

Die Leberwerte waren weiter in die Höhe geschossen und er drohte in die Gelbsucht abzurutschen. Athelas wurde stationär aufgenommen und sofort per Dauerinfusion behandelt. Völlige Fassungslosigkeit vor der Tür der Tierklinik gefolgt von Tagen voller Bangen und Hoffen und Warten.

Am vierten Tag sagte man mir, er könne nach Hause. Meine Freudentränen konnte ich nicht zurückhalten, also schnell das letzte Meeting hinter mich bringen, nach Hause, den Kennel holen und ab zur Tierklinik.

Neue Medikamente, neues Futter (Leberdiät), ein paar Tage wohlige Ruhe und viele Streicheleinheiten, bevor sich sein Zustand wieder verschlechterte.

Sonntag, zweimal in die Klinik um Schmerzmittel zu bekommen.

Montag, hin und hergerissen zwischen Euthanasie und erneutem Klinikbesuch. Nach Rücksprache mit meiner TÄ fahre ich in eine andere Tierklinik, als Notfall. Nach langen Gesprächen und Untersuchungen wird Athelas auch hier stationär aufgenommen. Infusion, am nächsten Tag großes Blutbild, ggf. Leberbiopsie, sollten die Leberwerte weiter schlecht sein.

Natürlich waren sie schlecht. Ich willige in die Biopsie ein und kann ihn am nächsten Tag abholen.

Seit dem 28.05. ist er wieder zu Hause. Athelas geht es den Umständen entsprechend gut, er frisst ohne Probleme, er putzt sich und spielt auch schon mal. Auch seinen Bruder Gambit jagt er manchmal durch die Wohnung.

Seit heute weiß ich, dass er ein Lymphom hat.

Die Klinik empfiehlt mir ein Gespräch mit der Onkologin um über die Möglichkeiten einer Chemotherapie zu sprechen, diese springt bei kleinzelligen Lymphomen, wie bei Athelas, wohl gut an und könnte es sogar heilen.

Ich liege vor Athelas, Nase an Nase. Ich frage ihn „Willst du eine Chemo machen?“ er zieht den Kopf zurück, ich frage ihn „sollen wir lieber Cortison nehmen und keine Chemo?“ er schleckt mir über die Nase und schnurrt.

Ich werde morgen mit der Onkologin sprechen. Ohne Athelas. Nur um die letzten Fragen zu klären.

Athelas

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  1. Gute Besserung, kleiner Kerl.

    Und gute Nerven, großes Frauchen.

    Ich wünsche Euch von Herzen, dass die Behandlung anschlägt. 11 Jahre ist noch kein Alter für einen Stubentiger.

  2. Hallo smoky72,
    es wird keine Heilung geben. Eine Chemo hat keine 100%ige Chance und muss unter Umständen ein Leben lang therapiert werden. Zusätzlich schädigt sie die Leber. Da Athelas Leber schon irreversible Schäden aufweist, die also nicht mehr regenerieren können, verzichte ich auf eine Chemo. Selbst wenn die Chemo anschlagen würde, die Lyphomen werden wiederkommen.
    Ich möchte ihm das auch nicht antun.
    Daher gehen wir jetzt den letzten Weg gemeinsam, wie lange, kann keiner sagen. Vielleicht Wochen, vielleicht Monate.

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